Verbundprojekt: KRISNet - Kritische resiliente Infrastruktur durch ein Satelliten-Netzwerk für sektorübergreifende zuverlässige Versorgungsstrukturen
Teilvorhaben: Demonstration und Validierung resilienter Kommunikationsinfrastruktur für Energiesysteme in Resilienzszenarien
Projektlaufzeit: 01/2026 – 12/2028
Projektpartner: KRISNet wird von Siemens AG als Konsortialführer koordiniert. Das interdisziplinäre Konsortium umfasst zehn Partner aus Industrie und Forschung:
- Universität Passau – Energieinformatik
- esc Aerospace GmbH – Sichere Kommunikation
- Infineon Technologies AG – Hardware-Sicherheitsanker
- Giesecke+Devrient Mobile Security Germany GmbH – Sicherheitstechnik
- Zentrum für Telematik Würzburg – Kleinsatelliten
- Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt – Smart Grids
Assoziierte Partner:
- Amprion GmbH
- ÜZ Mainfranken eG
- Nokia Solutions and Networks
Projektträger: VDI Technologiezentrum
Projektförderer: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Anatoli Wellhöfer
Projektbeschreibung:
Eine verlässliche Energieversorgung ist für unseren Alltag unabdingbar. Jedoch werden die Systeme durch den stark wachsenden Anteil schwankender erneuerbarer Energien, zunehmend dezentralisierter Erzeugungsanlagen und stärkerer Einbindung verschiedener Sektoren immer komplexer. Gleichzeitig nehmen die Gefahreneinflüsse zu: Extremwetter, gezielte (Cyber-)Angriffe oder technische Störungen können die Versorgung beeinträchtigen. Besonders kritisch wird die Situation, wenn auch die Kommunikationssysteme ausfallen, denn ohne sie lassen sich Energienetze weder stabil steuern noch nach Störungen schnell und sicher wieder hochfahren.
Genau an diesem Punkt setzt das Forschungsverbundprojekt KRISNet an. Ziel ist es, eine besonders widerstandsfähige Versorgungsinfrastruktur zu entwickeln, die für digitalisierte Stromnetze und weitere kritische Infrastrukturen jederzeit eine verlässliche Kommunikation ermöglicht. Dafür verfolgt KRISNet den Aufbau eines eigenen, souveränen Satellitennetzwerks in erdnaher Umlaufbahn, das im ersten Schritt durch einen Demonstrationssatelliten erprobt wird. Das geplante spätere Satellitennetz in einer niedrigen Umlaufbahn (LEO = low Earth orbit) soll unter deutscher, beziehungsweise europäischer, Kontrolle betrieben werden und die Kommunikationsinfrastruktur gezielt stärken, um sie auch in Krisen- und Ausnahmesituationen funktionsfähig zu halten.
KRISNet erforscht, wie sich terrestrische Kommunikationsnetze mit Glasfaser und Mobilfunk mit LEO-Satelliten verbinden lassen, um auch in herausfordernden Krisensituationen einen durchgängigen Informationsaustausch sicherzustellen. In Notfällen soll automatisch und in Echtzeit zwischen den verfügbaren Netzwerken umgeschaltet werden, damit die Kommunikation jederzeit erhalten bleibt. Im Zentrum der Lösung steht eine sichere Kommunikationseinheit für schnelle Netzumschaltungen und zuverlässige Datenübertragung. Darüber hinaus untersucht das Projekt Kommunikations- und Datenfusionstechnologien im Weltraum, bei denen Daten bereits direkt auf Satelliten verarbeitet werden. So können wichtige Informationen schneller bereitgestellt und neue Anwendungen für Krisenmanagement und den sicheren Betrieb von Energieanlagen mit geringstmöglicher Verzögerung ermöglicht werden. Um die Praxistauglichkeit sicherzustellen, wird gemeinsam mit Stromnetzbetreibern der Verteil- und Übertragungsnetzebenen dieses System unter realistischen Belastungs- und Störungsszenarien, sowohl in Simulationen als auch in Tests mit realen Demonstrationsanlagen, erprobt.
Das Institut für Energie- und Hochspannungstechnik (IEHT, ieht.thws.de) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) bringt im Rahmen des Projekts KRISNet seine umfassende Expertise im Bereich intelligenter elektrischer Netze ein:
- Untersuchung von Resilienzszenarien für Kommunikations- und Energiesysteme
- Ermittlung und Definition der funktionalen und leistungstechnischen Anforderungen für eine resiliente Kommunikation in zukünftigen Energiesystemen.
- Entwicklung eines Demonstrators für die resiliente Kommunikationsinfrastruktur: Im Labor wird ein Echtzeitsimulator eingesetzt, um verschiedene Resilienzszenarien für Energiesysteme zu modellieren und zu simulieren. Ergänzt wird dies durch eine Messinfrastruktur zur Validierung der Kommunikation und der Interdependenzen mit dem elektrischen System.
- Durchführung praxisnaher Tests im Feld, sowohl beim regionalen Energieversorger ÜZ Mainfranken als auch beim Übertragungsnetzbetreiber Amprion.
Dadurch trägt das Institut maßgeblich dazu bei, die Grundlage für eine krisenfeste und bedarfsgerechte Kommunikationstechnologie für Energiesysteme zu schaffen
Bei studentischem Interesse an Mitarbeit im Projekt, melden Sie sich gerne bei Prof. Dr.-Ing. Anatoli Wellhöfer.