„Hier gibt es kurze Wege, Studierende und Lehrpersonal begegnen sich auf Augenhöhe.“

Marvin Tessitore promoviert am Promotionszentrum NISys über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Hochschullehre. Sowohl seinen Bachelor in Wirtschaftsinformatik als auch seinen Master in Digital Business Systems absolvierte er an der THWS. Hauptberuflich arbeitet er als IT-Berater im Banken- und Finanzumfeld; seine Forschung betreibt er daneben in Eigenregie und eigenfinanziert.

Nachwuchsforscher Marvin Tessitore
Marvin Tessitore promoviert seit Anfang 2025 im NISys im Bereich Künstliche Intelligenz.

Marvin Tessitore promoviert seit Anfang 2025 im Promotionszentrum NISys im Bereich Künstliche Intelligenz. Bereits während seines Masterstudiums legte er mit seiner Abschlussarbeit den Grundstein für sein späteres Promotionsthema. Nach dem Abschluss startete er zunächst ins Berufsleben, blieb jedoch weiterhin mit einem Dozenten der THWS im Austausch. Rund ein halbes Jahr später begann er mit den Vorbereitungen für seine Promotion. Zunächst informierte er sich über die Möglichkeit einer kooperativen Promotion; letztlich entschied er sich für das Promotionszentrum NISys – die Rahmenbedingungen für eine nebenberufliche Promotion passten, und sein Doktorvater lehrt an seiner Abschlusshochschule.

Neben Promotion und Beruf engagiert sich Tessitore als Lehrbeauftragter an der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik. Bereits zuvor betreute er über mehrere Jahre Tutorien. An der Lehre schätzt er besonders den direkten Austausch mit den Studierenden und die Möglichkeit, Begeisterung für sein Fach zu wecken.

Unter dem Arbeitstitel „Optimierung des Studiums durch Künstliche Intelligenz und Digitalisierung“ erforscht Tessitore, wie KI die Hochschullehre sinnvoll unterstützen kann. Sein Ziel ist ein digitaler Studienbegleiter, der verschiedene Systeme der Hochschule miteinander verknüpft und individuelle Lernpfade für Studierende erstellt. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung sieht er hierin einen wichtigen Beitrag, um Hochschulen zukunftsfähig und wettbewerbsfähig zu halten. Einen Meilenstein hat er bereits erreicht: Er konnte die Anforderungen an einen solchen Studienbegleiter wissenschaftlich evaluieren und darauf aufbauend einen voll funktionsfähigen technischen Prototypen entwickeln. Besonderen Wert legte er dabei auf eine möglichst geringe technische Einstiegshürde – der Studienbegleiter lässt sich per Ein-Klick-Start nutzen. Erste Teilergebnisse hat er bereits auf internationalen Fachkonferenzen vorgestellt und veröffentlicht. 

„Das Netzwerk, das man an der THWS aufbaut, habe ich bisher noch nirgendwo erlebt.“

Als größte Herausforderung seiner Promotion nennt Tessitore, geeignete Testpersonen für seine Studien zu gewinnen. Geholfen hat ihm dabei vor allem das Netzwerk, das er sich durch seine langjährige Tätigkeit in der Lehre aufgebaut hat. Hinzu kommt das Zeitmanagement: Beruf und Promotion miteinander zu vereinbaren, erfordere eine gute Organisation. KI nutzt er deshalb auch für seine eigenen Arbeitsprozesse – so findet er auch nach mehreren Tagen mit anderen Tätigkeiten schnell wieder in die Forschungsarbeit zurück.

Für die Zeit nach der Promotion kann sich Tessitore beides vorstellen: eine Tätigkeit in der Wissenschaft, perspektivisch eine Professur, oder weiterhin die Wirtschaft. Anderen Promotionsinteressierten rät er, sich proaktiv zu informieren und die Kontaktstellen der Hochschule zu nutzen. Sein persönlicher Leitsatz lautet: „Nachfragen, aufschreiben, durchdenken, weiter nachfragen – so finden sich Lösungen.“ Eine Promotion empfiehlt er insbesondere Menschen, die selbstständig und eigenmotiviert arbeiten können und sich bewusst sind, dass deutlich mehr Struktur notwendig ist als im Masterstudium. 

Zum Weiterlesen:

Stand: September 2026; Text: Annika Schleicher, Dr. Simone Stork


Der Beitrag ist Teil der Reihe "Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher der THWS", eine Initiative des Teilprojekts Nachwuchsförderung im hochschulweiten Projekt "ProPereTHWS - Professorale Personalgewinnung und -entwicklung an der THWS". Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung entwickeln wir Angebote für verschiedene Zielgruppen entlang der wissenschaftlichen Karriere.