„Die Mischung aus Teamgeist und Innovation ist besonders spannend.“

Daniel Keller möchte im Rahmen seiner Promotion elektrische Antriebe möglichst realitätsgetreu simulieren und energieeffizienter gestalten. Er arbeitet dabei parallel in einem Unternehmen und am Institut TTZ-EMO der THWS.

Nachwuchsforscher Daniel Keller
Daniel Keller promoviert am Promotionszentrum NISys und arbeitet parallel an der THWS sowie in einem Unternehmen.
Foto: Ingo Peters / Heldenstreich

Daniel Keller hat sowohl seinen Bachelor als auch seinen Master in Elektro- und Informationstechnik im dualen Studium an der THWS absolviert. Für Keller stand schon lange fest, dass eine Promotion zu seinen beruflichen Zielen gehört. Deshalb begann er direkt nach seinem Masterstudium mit seiner Promotion im Promotionszentrum NISys. Die Möglichkeit dazu eröffneten ihm seine heutigen Betreuer, Prof. Dr.-Ing. Joachim Kempkes und Prof. Dr.-Ing. Mercedes Herranz Gracia, die ihn auf diesen Weg von Beginn an unterstützten. Mit seinem Arbeitgeber vereinbarte er, einen Tag pro Woche im Unternehmen tätig zu sein und die übrigen vier Tage seiner Promotion an der THWS zu widmen.

Keller erforscht, wie sich elektrische Antriebe mittels Simulationen möglichst realitätsnah abbilden lassen, um die Entwicklung präziser Prototypen zu unterstützen. Sein Schwerpunkt liegt auf Multiphysik-Simulationen. Dabei werden verschiedene physikalische Effekte numerisch beschrieben. Für die Berechnung komplexer Geometrien nutzt Keller die Finite-Elemente-Methode. In der Praxis wird diese unter anderem eingesetzt, um Elektromotoren zu berechnen und auszulegen. Dadurch kann der Prototypenbedarf auf ein bis zwei Prototypen pro Auslegungsauftrag reduziert werden, das spart Zeit und Kosten in der Produktentwicklung. An seiner Forschung schätzt Keller vor allem die Kombination aus theoretischen Ansätzen, modernen Simulationsmethoden und dem Abgleich mit realen Anwendungen.

Zu den bisherigen Highlights seiner Promotion zählen für ihn vor allem Paper-Veröffentlichungen und die Teilnahme an Konferenzen. Dabei war er bereits auf Konferenzen in Madeira, Belgien, Nürnberg, Flensburg und München.

„Die Promotion ist bisher das Beste, was ich gemacht habe. Man ist sehr frei, lernt viel und entwickelt sich auch persönlich weiter.“ 

Wie viele Promovierende sieht Keller das Zeitmanagement als Herausforderung während der Promotionszeit an. Je tiefer man in ein Forschungsthema eintaucht, desto mehr neue Aspekte und Fragestellungen ergeben sich. Gleichzeitig fehle die Zeit, sich mit allen davon ausführlich zu beschäftigen. Um den Überblick zu behalten, erstellt Keller jede Woche einen Plan und strukturiert seine Arbeitstage sorgfältig. „Ich reserviere bewusst feste Zeitfenster, in denen ich über den Tellerrand schaue und mich mit angrenzenden Themen beschäftige. Es gibt aber auch Slots, wo ich nur an der Promotion arbeite, ohne Abschweifungen.“, erzählt er. Tipps für sein Zeitmanagement hat Keller unter anderem im Workshop „Wissenschaftliches Arbeiten mit Plan“ erhalten, der von der THWS regelmäßig angeboten wird. 

Auch der Austausch innerhalb des TTZ-EMO sowie mit Partnerhochschule ist für Keller ein wichtiger Bestandteil seiner Promotionszeit. Mit den Mitgliedern seiner Arbeitsgruppe versteht er sich sehr gut. Neben der gemeinsamen Arbeit unternehmen sie auch in ihrer Freizeit etwas zusammen, das verbindet.

Anderen Nachwuchsforschenden empfiehlt Keller, von Beginn an ein gutes Zeitmanagement zu entwickeln und Methoden zu finden, mit denen sich Zeit sparen lässt. Gleichzeitig sollte man die Promotionszeit genießen.

Zum Weiterlesen:

Stand: Oktober 2026; Text: Annika Schleicher, Dr. Simone Stork


Der Beitrag ist Teil der Reihe "Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher der THWS", eine Initiative des Teilprojekts Nachwuchsförderung im hochschulweiten Projekt "ProPereTHWS - Professorale Personalgewinnung und -entwicklung an der THWS". Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung entwickeln wir Angebote für verschiedene Zielgruppen entlang der wissenschaftlichen Karriere.