„Rückschläge in der Promotion gibt es immer. Dann muss man aufstehen und weitermachen.“

Lukas Klehr ist einer der beiden Promovierendensprecher des NISys. In seiner Doktorarbeit untersucht er, wie sich Prozesswissen nutzen lässt, um Datenlücken zu schließen und eine datengetriebene Qualitätskontrolle zu ermöglichen.

Nachwuchsforscher Lukas Klehr
Lukas Klehr promoviert seit 2024 am NISys im Bereich Datenanalyse.
Foto: THWS

Sein Weg in die Forschung beginnt mit einem dualen Studium der Elektrotechnik. Bereits während seines Bachelorstudiums beschäftigt er sich intensiv mit der Auswertung von Daten. Anschließend vertieft er seine Kenntnisse im Masterstudiengang Machine Learning & Data Analytics an der Hochschule Aalen. Nach dem Master sucht und findet er gezielt eine Anstellung in der Industrie mit der Option auf eine Promotion.

Zum Promotionszentrum NISys und seinem Betreuer Prof. Dr. Bastian Engelmann kommt Klehr durch bestehende Kontakte zwischen seinem Unternehmen und der THWS. „Das Erstgespräch hat sowohl inhaltlich als auch zwischenmenschlich gepasst“, erzählt er. Damit ist für ihn schnell klar, dass er seine Promotion am NISys beginnen möchte und beginnt mit der Themenschärfung für das Promotionsvorhaben.

In seiner Forschung beschäftigt sich Klehr mit der Auswertung von Zeitreihendaten von Prozessgrößen bei Werkzeugmaschinen. „Segmentierung ist etwas, das eigentlich immer fehlt, sobald man Daten auswerten will“, erklärt Klehr. Genau da setzt seine Forschung an: Er versucht, einzelne Zeitabschnitte den jeweiligen Prozessschritten zuzuordnen und so Datenlücken zu schließen. Ein übergeordnetes Ziel ist beispielsweise die Verbesserung und Vereinfachung datengetriebener Qualitätskontrolle. Durch die anschließende Auswertung der Daten sollen Prozessabweichungen erkannt und möglichst genau der jeweiligen Operation zugeordnet werden können. Dafür setzt Klehr auf Methoden des Self-Supervised Learning aus dem Bereich des Machine Learning. Er entwickelt spezifische Algorithmen, die dabei auch vorhandenes Domänenwissen berücksichtigen können.

Seit Beginn seiner Promotion im Jahr 2024 konnte Klehr bereits mehrere wichtige Meilensteine erreichen. Er veröffentlicht sein erstes Paper und hält seinen ersten Vortrag auf einer wissenschaftlichen Konferenz. Ein weiteres Highlight war ein fünfwöchiger Forschungsaufenthalt in Mexiko, den er durch ein DAAD-Stipendium realisieren konnte. 

„Man muss für sein Thema brennen. Wenn man mal in seinem Thema drin ist und Motivation hat weiter zu forschen, kommen immer mehr Ideen.“

Lukas Klehr ist nicht nur Promovend am NISys. Er vertritt auch als gewählter Promovierendensprecher die Stimme der Promovierenden im Promotionsausschuss, und diskutiert mit, unter anderem über die Aufnahme neuer Promovierender oder über die Gestaltung des Qualifizierungsprogramms des NISys.

Als Herausforderung während der Promotion nennt Klehr direkt das Zeitmanagement. Umso wichtiger sei es, sich bewusst Zeit für Freizeit zu nehmen, auch wenn dafür vermeintlich nie der richtige Zeitpunkt kommt. „So kann man auch danach wieder auf ganz andere und neue Ideen kommen“, sagt er. Des Weiteren rät er dazu, auch mit Rückschlägen gut umzugehen. Wenn etwas nicht wie geplant läuft, gelte es, sich davon nicht entmutigen zu lassen, sondern wieder aufzustehen und weiterzumachen.

Zum Weiterlesen:

Stand: September 2026; Text: Annika Schleicher, Dr. Simone Stork


Der Beitrag ist Teil der Reihe "Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher der THWS", eine Initiative des Teilprojekts Nachwuchsförderung im hochschulweiten Projekt "ProPereTHWS - Professorale Personalgewinnung und -entwicklung an der THWS". Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung entwickeln wir Angebote für verschiedene Zielgruppen entlang der wissenschaftlichen Karriere.