Film-Storyboard, Alltagsgegenstände, App-Gedankenaustausch: Semesterausstellung „Bergwerk“ zieht wieder zahlreiche Besuchende an
Wenn das Semester zu Ende geht und das „Bergwerk“ beginnt: Die Fakultät Gestaltung der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) hat zur Werkschau eingeladen, die sich als Präsentation von Abschluss- und Projektarbeiten etabliert hat. Über 600 Projekte von Bachelorstudierenden im Kommunikationsdesign und Masterstudierenden in Design und Information wurden für zwei Tage ausgestellt. Alle Interessierten waren dazu eingeladen, sich anzusehen, woran die Studierenden im vergangenen Wintersemester gearbeitet haben.
Damit eine Ausstellung gelingen kann, muss sie gut geplant sein. Bei der Semesterausstellung Bergwerk übernehmen das die Studierenden selbst. Gesa Kempermann, Masterstudentin im dritten Semester, hält fest: „Die Planung und der Aufbau des Bergwerks lief sehr flüssig – von den Ideen über das Ausleihen des technischen Equipments bis hin zu den sogenannten Installationen, also großen Aufbauten, um unsere Werke zu präsentieren.“ Auf der Ausstellung zeigt sie Konzeptzeichnungen aus dem Entwicklungsprozess ihrer Bachelorarbeit. Während ihres Bachelorstudiums legte sie ihren Interessensschwerpunkt auf Illustration und zeigt nun Zeichnungen, die sie für einen geplanten Film entwarf. Sie stammen aus der frühen Konzeptphase „Der Zweck war es, ein Gefühl für das Setting und Aussehen der einzelnen Spezies zu entwickeln“, erklärt Gesa Kempermann. Bei einigen meiner Zeichnungen handelt es sich um sogenannte „Storyboard-Skizzen“ – grobe Darstellungen von Szenen und Kameraeinstellungen, die später im fertigen Film vorkommen sollen. Dabei achtete Gesa Kempermann darauf, die Kästchen im Standardformat für Film anzulegen und Linien als Hilfestellung für den Bildaufbau zu verwenden. „Illustrieren liegt mir einfach.“ Nun, in ihrer Masterarbeit, widmet sie sich der Frage, warum es Menschen schwerfalle, mit anderen Spezies zu koexistieren und untersucht, wie unser Verständnis vom Tier und von uns selbst unser Verhalten im Zusammenleben beeinflusst.
Eine digitale Plattform für menschlichen Austausch im Zeitalter generativer künstlicher Intelligenz (KI) ist „weeh“ – gestaltet und gebaut von Masterstudent Tabo Hartog und Martin Wild. Unter dem Motto „Keine KI – nur Menschen“ erklären die beiden: „Während Infos heute immer schneller automatisiert entstehen, wird eine andere Qualität umso wertvoller: gelebte Erfahrung, echtes Abwägen, eigenes Denken.“ In der App antworten keine Algorithmen, sondern Menschen. „Roh, ungeschliffen und ehrlich und das nicht als Anspruch auf die eine, perfekte Antwort, sondern als Platzhalter für echte Erfahrung.“ Durch KI würden Entscheidungen ausgelagert, ChatGPT zum Beispiel sei ein sogenannter „People Pleaser“, weil er antwortet, was erwartet würde. Dabei verstehe sich weeh nicht als „Anti-KI“, sondern als „Pro-Mensch“: ein Gegengewicht, das Urteilskraft, Authentizität und Selbstdenken im digitalen Raum stärken soll. „Unsere Vision ist es, einen digitalen Raum zu schaffen, als Gegenentwurf zum KI-basierten Kommunikationssystemen als Experimentierfeld: Wie lassen sich digitale Räume gestalten, die Denken nicht ersetzen, sondern anregen?“
Prof. Judith Glaser begleitete Studierende des dritten Semesters im Bachelorstudium Kommunikationsdesign zum Thema „Siebensachen“: Die Dinge unseres Alltags seien immer da – oft unbemerkt, selbstverständlich, scheinbar neutral. Doch jedes dieser Objekte wurde einmal entworfen, eingebettet in soziale, technische und kulturelle Zusammenhänge. In ihrem Grundlagenkurs lädt Prof. Glaser dazu ein, genau hinzusehen: Welche Geschichten erzählen die Dinge um uns? Was sagen sie über unsere Gesellschaft, unsere Routinen und unsere Beziehungen aus – und wie könnten sie auch anders gestaltet sein? Die Studierenden dieses Kurses stellten sich diesen Fragen und entwarfen Schritt für Schritt 14 individuelle Alltagsobjekte, die ihre ganz eigenen Geschichten erzählen.
Die Vielfältigkeit der Ausstellung
Neben diesen Ideen dachten sich die Studierenden noch weitere kreative Lösungen für verschiedenste Situationen des Lebens aus. So entwarf Masterstudentin Sarah Brendecke eine Toolbox für Menschen mit Demenz. Dabei achtete sie besonders auf ansprechende Farben und entsprechende Haptik, um Erinnerungen des Langzeitgedächtnisses von erkrankten Personen wieder wachrufen zu können. Auf die Frage, was ihnen am Bergwerk am meisten gefalle, antworteten zwei Besuchende: „Die Vielfältigkeit der ausgestellten Objekte sprechen uns besonders an. Unser Sohn studiert erst seit einem Semester im Bachelorstudiengang und es überrascht uns sehr, wie professionell und ideenreich die Umsetzung des Erlernten von ihm und seinen Kommilitoninnen und Kommilitonen ist.“
Über die THWS
Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und steht seit ihrer Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandte Forschung. Mit rund 9.200 Studierenden, einem breit gefächerten Angebot von mehr als 60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt die THWS ein weites Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Die THWS ist nicht nur regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch stark international ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen und Austauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigen englischsprachigen Studienangebot widerspiegelt.
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