Bei Aktivieren des Elements werden Sie auf die Webseite zum Thema Bewerbung weitergeleitet

Erstes Netzwerktreffen an der THWS: KI-Prototypen aus der Praxis überzeugen

DIG:IT-KMU diskutiert Anwendungsfälle – Interessierte Unternehmen können jederzeit teilnehmen

Wenn Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Softwarebranche, dem 3D-Druck und dem öffentlichen Sektor an einem Tisch sitzen und über künstliche Intelligenz (KI) sprechen, entsteht etwas Besonderes: Ein ehrlicher Blick auf das, was KI heute in der Praxis leisten kann. Genau das stand im Mittelpunkt des ersten Netzwerktreffens von DIG:IT-KMU an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS).

DIG:IT-KMU ist ein Technologietransferprojekt der THWS, das kleine und mittlere Unternehmen aus der Region dabei unterstützt, künstliche Intelligenz gezielt in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Gut ein halbes Jahr nach dem offiziellen Projektstart kamen die Partnerunternehmen und das THWS-Projektteam zusammen, um erste Ergebnisse zu präsentieren und gemeinsam zu diskutieren. Fünf Anwendungsfälle standen im Mittelpunkt, jeder davon entstanden aus einer konkreten Herausforderung im Unternehmensalltag und ein Beispiel dafür, wie sich digitale Technologien gezielt und praxisnah einsetzen lassen.

Von der Idee zum laufenden System

Die vorgestellten Projekte zeigen eine große Bandbreite: Ein Unternehmen aus der Fertigung von Elektromotoren setzt heute ein KI-System ein, das Auffälligkeiten an Prüfständen automatisch erkennt und meldet – bevor ein Fehler sichtbar wird. Ein Anbieter von 3D-Druckdienstleistungen prüft eingehende Modelle nun automatisch auf ihre Druckbarkeit, was den Prüfprozess beschleunigt und die Kommunikation mit Kunden vereinfacht. Ein Softwareunternehmen extrahiert relevante Produktdaten vollautomatisch aus technischen Datenblättern, die zuvor mühsam von Hand übertragen werden mussten. Ein Hersteller hydraulischer Komponenten ermöglicht seinen Mitarbeitenden, tausende Konstruktionszeichnungen per intelligenter Suche sekundenschnell zu finden. Und ein mittelständisches Unternehmen hat sein internes Wiki mit einem KI-Chatbot erschlossen, sodass Mitarbeitende auf Unternehmenswissen zugreifen können, ohne wissen zu müssen, wo es abgelegt ist. Was diese Fälle verbindet: Sie alle sind nicht im Labor entstanden, sondern in enger Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen und dem Forschungsteam der THWS – mit dem Ziel, Lösungen zu entwickeln, die im Betrieb wirklich funktionieren.

Praxiserfahrung aus der Industrie

Den fachlichen Rahmen des Abends setzte Alexander Butz, Head of Business Line Data Solutions bei der M&M Software GmbH. Auf Basis von über 39 Jahren Unternehmensgeschichte und mehr als 2.600 umgesetzten Kundenprojekten gab er Einblick in das, was KI-Projekte in der Praxis zum Erfolg oder zum Scheitern bringt. Seine Botschaft war klar: Nicht die neueste Technologie entscheidet, sondern die Qualität der Daten, die Einbindung der Menschen und ein iterativer Weg vom kleinen Piloten zur skalierbaren Lösung. „Kontext schlägt Modellwahl – Technik allein schafft noch keinen Mehrwert“, betonte Alexander Butz.

Im Gespräch nach den Präsentationen zeigte sich, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen den Beteiligten ist. „Es war besonders wertvoll zu sehen, wie unterschiedlich die Herausforderungen der einzelnen Unternehmen sind – und gleichzeitig, wie viel man voneinander lernen kann. Genau dafür ist dieses Netzwerk da“, resümierte Vladyslav Borysenko, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der THWS und Teil des Projektteams. Und Rodolfo Cacacho, ebenfalls wissenschaftlicher Mitarbeiter an der THWS, ergänzte: „Die präsentierten Prototypen laufen heute in echten Produktionsumgebungen – genau das war unser Anspruch von Anfang an.“

 

Über DIG:IT-KMU

Das Projekt DIG:IT-KMU am Institut für Digital Engineering der THWS unterstützt Unternehmen bei der digitalen Transformation. Durch gezielten Technologietransfer werden KMU befähigt, innovative Technologien sicher und effizient in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Weitere interessierte Unternehmen aus der Region können sich dem Projekt jederzeit anschließen und eigene Anwendungsfälle einbringen.

Das Projekt wird im Rahmen des EFRE Bayern 2021–2027 durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert, kofinanziert von der Europäischen Union.

Weitere Informationen zu DIG:IT-KMU

 

Über die THWS

Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und steht seit ihrer Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandte Forschung. Mit rund 9.200 Studierenden, einem breit gefächerten Angebot von mehr als 60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt die THWS ein weites Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Derzeit studieren an der THWS rund 500 Studierende in 23 Studiengängen in einem dualen Modell. Die THWS ist nicht nur regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch stark international ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen und Austauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigen englischsprachigen Studienangebot widerspiegelt.

 

Kontakt:
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt

Projekt DIG:IT-KMU

Prof. Dr.-Ing. Andreas Schiffler

Prof. Dr.-Ing. Bastian Engelmann

Ignaz-Schön-Str. 11

97421 Schweinfurt

digit.kmu[at]thws.de

09721 940-7058

 

Pressekontakt:  
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt

Angela Kreipl

Münzstr. 12

97070 Würzburg

angela.kreipl[at]thws.de

0931 3511-8354