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Intelligentes Wissensmanagement per Chatbot: DIG:IT-KMU und Projektpartner Clye GmbH entwickeln praxistaugliche Lösung

Technologietransferprojekt an der THWS setzt auf künstliche Intelligenz

Internes Wissensmanagement wird für Unternehmen immer wichtiger: Um dafür eine nutzerfreundliche und datenschutzkonforme Lösung anzubieten, hat das Technologietransferprojekt DIG:IT-KMU der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) gemeinsam mit der unterfränkischen Clye GmbH einen Chatbot entwickelt, der auf künstlicher Intelligenz (KI) basiert. Wie gut der Chatbot funktioniert, wurde bereits mit einem weiteren Projektpartner, der Münch GmbH, erfolgreich getestet. „Dieser Anwendungsfall steht beispielhaft für den Ansatz von DIG:IT-KMU: Technologie nicht im Labor entwickeln, sondern gemeinsam mit Unternehmen direkt in die Praxis überführen“, sagt Prof. Dr. Andreas Schiffler, Leiter des Instituts für Digital Engineering (IDEE) an der THWS.

Wichtige Informationen im firmeninternen Wiki zu finden, kostet oft wertvolle Zeit. Das soll der gemeinsam von DIG:IT-KMU und Clye GmbH entwickelte Chatbot ändern. Die Clye GmbH bringt dabei ihre Expertise in der Optimierung manueller Prozesse sowie in praxistauglichen KI-Lösungen für Bereiche wie Produktion und Lagerbestand ein. Das entwickelte System basiert auf TikiWiki, einem Open-Source-Content-Management-System für internes Wissensmanagement, und ermöglicht es Mitarbeitenden, Inhalte per einfacher Texteingabe in natürlicher Sprache zu durchsuchen und abzurufen.

KI-Schnittstelle als Schlüsseltechnologie

Das Herzstück der Lösung ist ein sogenannter MCP-Server (Model Context Protocol), eine intelligente Schnittstelle, die den Inhalt der TikiWiki-Datenbank automatisch extrahiert, in durchsuchbare Einheiten aufbereitet und aktuell hält, inklusive Bildern und Prozessdiagrammen. Ergänzt wird dies durch eine RAG-Komponente (Retrieval-Augmented Generation): Die KI sucht zunächst passende Inhalte und nutzt diese als Grundlage für ihre Antwort.

Die gesamte Infrastruktur wird auf Servern in der EU betrieben, sodass sensible Daten zu keinem Zeitpunkt Europa verlassen. Die Lösung erfüllt damit die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), ohne auf die Leistungsfähigkeit kommerzieller KI-Modelle verzichten zu müssen. Für Unternehmen, die weder über die Ressourcen für eine lokale KI-Infrastruktur verfügen noch Daten an außereuropäische Anbieter übermitteln möchten, bietet dieser Ansatz einen pragmatischen Mittelweg: volle Leistung bei EU-konformem Datenschutz.

Die Lösung wurde bereits erfolgreich in einer realen Unternehmensumgebung validiert. Als Testumgebung diente das TikiWiki der Münch GmbH: Der MCP-Server wurde mit dem echten Datenbestand des Unternehmens erprobt und validiert. Anforderungen aus Belegschaft und Geschäftsführung wurden durch Studierende der THWS erhoben und in die Entwicklung der Benutzeroberfläche eingebracht. Der modulare Aufbau macht die Lösung zur wiederverwendbaren Blaupause für weitere Unternehmen, die ebenfalls TikiWiki einsetzen.

„Das gemeinsame Projekt mit DIG:IT-KMU hat gezeigt, wie KI-Technologie ohne große IT-Infrastruktur sinnvoll in den Geschäftsalltag integriert werden kann. Dass wir die Lösung direkt an der Unternehmensumgebung der Münch GmbH erproben konnten, war für die Weiterentwicklung entscheidend“, betont Celal Kengel, Geschäftsführer der Clye GmbH.

Mehr zur Clye GmbH

 

Über DIG:IT-KMU

Das Projekt DIG:IT-KMU am Institut für Digital Engineering (IDEE) der THWS unterstützt Unternehmen bei der digitalen Transformation. Die Projektleitung hat Prof. Dr.-Ing Bastian Engelmann. Durch gezielten Technologietransfer werden kleine und mittelständische Unternehmen befähigt, innovative Technologien sicher und effizient in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Das Projekt wird im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE Bayern 2021–2027) durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert, kofinanziert von der Europäischen Union. Weitere interessierte Unternehmen können sich jederzeit unter https://digit.kmu.bayern anschließen.

 

Über die THWS

Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und steht seit ihrer Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandte Forschung. Mit rund 9.200 Studierenden, einem breit gefächerten Angebot von mehr als 60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt die THWS ein weites Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Die THWS ist nicht nur regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch stark international ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen und Austauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigen englischsprachigen Studienangebot widerspiegelt.

 

Kontakt:
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt

Leiter Institut für Digital Engineering (IDEE)

Prof. Dr.-Ing. Andreas Schiffler

Ignaz-Schön-Str. 11

97421 Schweinfurt

andreas.schiffler[at]thws.de

 

Pressekontakt:  

Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt

Angela Kreipl

Münzstr. 12

97070 Würzburg

angela.kreipl[at]thws.de

0931 3511-8354