Neue Perspektiven für internationale Studierende – Rückblick auf ein Jahr CraftTURN an der THWS
Was passiert, wenn internationale Studierende ihr Studium nicht erfolgreich abschließen können? Welche beruflichen Alternativen gibt es für diese jungen Menschen in Deutschland und lässt sich damit gleichzeitig der regionale Fachkräftemangel bekämpfen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Projekt CraftTURN, das im Sommer 2025 an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) gestartet ist.
Das Projekt unterstützt internationale Studierende dabei, alternative Karrierewege zu entwickeln und den Übergang in eine duale Berufsausbildung zu gestalten. Gleichzeitig profitieren regionale Unternehmen von motivierten Nachwuchskräften, die bereits wertvolle Erfahrungen im deutschen Bildungs- und Lebensumfeld gesammelt haben.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Schiffler und Prof. Dr. Silke Neuderth begleitet das interdisziplinäre Projektteam – Soziologin Lisa Lehmann, Sozialarbeiter Silvan Renz und Pädagogin Bettina Kell Andrade – internationale Studierende individuell auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf.
Die Nachfrage nach dem Angebot sei groß: Seit Projektbeginn wurden bereits 95 Beratungsgespräche geführt. Aktuell betreut CraftTURN 50 internationale Studierende. Die individuelle Beratung umfasst eine Situationsanalyse, die Erstellung eines persönlichen Unterstützungsplans, Informationen über das deutsche System der dualen Ausbildung sowie zu passenden Ausbildungsberufen und Branchen. Darüber hinaus unterstützt CraftTURN bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, der Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche sowie bei der Suche nach geeigneten Ausbildungsplätzen.
Ergänzend zu den individuellen Beratungen informiert CraftTURN über Veranstaltungen mit Netzwerkpartnern, wie beispielsweise Fachkräftekonferenzen der Region Mainfranken GmbH, digitale Veranstaltungsformate der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer sowie Workshops und E-Learning-Materialien.
Eine zentrale Herausforderung stelle die sprachliche Qualifikation der internationalen Studierenden dar, so das Projektteam. Für eine erfolgreiche Ausbildung werde in der Regel ein deutsches Sprachniveau von mindestens B1 empfohlen, häufig werde jedoch ein B2-Sprachniveau vorausgesetzt. CraftTURN vermittelt die Studierenden daher gezielt an den Campus Sprache der THWS.
Starke Vernetzung in Region und Hochschule
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Projekt ist die enge Zusammenarbeit mit regionalen Partnern. Gemeinsam mit der Handwerkskammer für Unterfranken, den Industrie- und Handelskammern sowie weiteren Akteuren konnte ein Netzwerk von mehr als 170 kleinen und mittelständischen Unternehmen aufgebaut werden. Dadurch entstehen konkrete Ausbildungs- und Beschäftigungsperspektiven für internationale Studierende und gleichzeitig neue Möglichkeiten für Unternehmen, qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen.
Auch innerhalb der Hochschule ist das Projekt breit vernetzt. Studienberatung, Career Service, Hochschulservice Internationales und das studentische Gesundheitsmanagement arbeiten eng zusammen, um Studierende frühzeitig zu erreichen und passgenau zu unterstützen. Begleitet wird das Projekt von einem Beirat aus Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft, Bildung und öffentlicher Verwaltung.
Mit seinem innovativen Ansatz verbindet CraftTURN Bildungsintegration, Fachkräftesicherung und gesellschaftliche Teilhabe. Das Projekt eröffnet internationalen Studierenden neue berufliche Perspektiven und stärkt zugleich die wirtschaftliche Entwicklung der Region.
Über das Projekt CraftTURN
Das Projekt CraftTURN unterstützt internationale studienabbruchgefährdete Studierende beim Übergang in eine duale Berufsausbildung und vernetzt sie mit kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region Schweinfurt. Das Projekt wird bis Juni 2028 mit rund 700.000 Euro durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Initiative „JOBvision“ gefördert. Projektträger ist das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit Sitz in Bonn.
Über die THWS
Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und steht seit ihrer Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandte Forschung. Mit rund 9.200 Studierenden, einem breit gefächerten Angebot von mehr als 60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt die THWS ein weites Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Die THWS ist nicht nur regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch stark international ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen und Austauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigen englischsprachigen Studienangebot widerspiegelt.
Kontakt:
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt
Projekt CraftTURN
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Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt
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