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Renkhoff-Stiftung und THWS-Förderkreis zeichnen beste Abschlussarbeiten aus

Absolventinnen und Absolventen präsentieren Querschnitt der Leistung an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt

Acht Absolvierende sind für ihre hervorragenden Abschlussarbeiten durch die Hans-Wilhelm Renkhoff Stiftung und die Gesellschaft der Förderer und Freunde der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt e. V. am Campus Ledward der THWS ausgezeichnet worden.

Angelique Renkhoff-Mücke, die Vorsitzende des Stiftungsrates der Hans-Wilhelm Renkhoff Stiftung, beglückwünschte in ihrer Rede die prämierten Absolventinnen und Absolventen der THWS. Sie betonte die Bedeutung des Wissenstransfers von der Hochschule in die Industrie sowie die Rolle, die eine Stiftung bei der Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses spielen könne.

Der Schweinfurter Oberbürgermeister Sebastian Remelé wies auf die Historie des Campus Ledward hin, der sich von militärischer Nutzung hin zu einem Wissensstandort gewandelt habe. Mit dem Umzug der Schweinfurter Wissenswerkstatt zum Ledward-Areal hoffe die Stadt Schweinfurt, „dass die Beziehung zwischen der Jugend und der THWS noch fruchtbarer wird“. Den Absolvierenden gab Remelé mit auf den Weg: „Behalten Sie Ihre Expertise, Ihren Fleiß und Ihre Disziplin nicht für sich, denn das werden wir noch brauchen!“

Keine Angst vor Wandel

Die Festrede hielt Dr. Michael Pausch, Senior Vice President R&D Industrial, Schaeffler Technologies AG & Co. KG. Er nahm Bezug auf ein Zitat von Heraklit, wonach nichts so beständig sei wie der Wandel. Er wandte sich ebenfalls direkt an die Absolvierenden – denn die Welt brauche Köpfe, die keine Angst vor dem Wandel hätten, sondern Freude. „Ihre Abschlussarbeiten sind der Beleg für Ihre Leistungen, die der Wandel hervorbringt.“ Pausch dankte außerdem Präsident a. D. Prof. Dr. Dr. h. c. Robert Grebner für die Gestaltung des Wandels an der THWS: „Die Infrastruktur und das Lehrangebot sind auf relevante Zukunftsfächer ausgerichtet.“ Pausch nannte als Beispiele die Fachbereiche Robotik, KI und Wasserstoff, ebenso wie die Internationalisierung, die Gründung von Technologietransferzentren und den i-Campus.

Prof. Dr. Dr. h. c. Grebner überreichte gemeinsam mit Angelique Renkhoff-Mücke den Preisträgerinnen und Preisträgern die Urkunden für die jeweils beste Bachelor- oder Masterarbeit und dankte auch den Professorinnen und Professoren, die die Arbeiten betreut hatten.

Die prämierten Arbeiten

Prof. Dr. Jakob E. Beer würdigte die strukturierte Herangehensweise bei der Bachelorarbeit von Luna Heuler: „Staplersteuerung bei SAP EWM und Weiterentwicklung des Staplerleitsystems FlexGuide“. Das Niveau dieser Arbeit habe nicht nur weit über dem Niveau anderer Bachelorarbeiten gelegen, sondern auch über dem Niveau der meisten Masterarbeiten. Außerdem habe Luna Heuler das Kunststück vollbracht, ihre Abhandlung über Staplersysteme interessant und gut lesbar zu schreiben.

Dekanin Prof. Dr. Claudia Frey würdigte in Vertretung die Masterarbeit von Annika Lotter: „Der Boden unter unseren Füßen“. Lotter thematisierte in ihrer Arbeit die Bedrohung des Bodens durch Klimawandel und industrialisierte Landwirtschaft und erarbeitete eine Wanderausstellung, um Menschen für eine nachhaltige Bodennutzung zu sensibilisieren. Frey hob besonders die Kombination von interdisziplinärer Forschung und gestalterischer Praxis hervor, zudem die große gesellschaftliche Relevanz des Themas.

Prof. Dr. Stefanie Retka erläuterte das Thema der Masterarbeit von Simon Nagler, „Starrkörpersimulation eines mechatronischen Systems zur Geräuschreduzierung durch Körperschallisolierung“, ganz alltagsnah: Für ein optimales Fahrerlebnis solle es im Innenraum möglichst wenig störende Geräusche geben. Nagler habe in seiner Arbeit ein mechanisch-mathematisches Lösungsverfahren erarbeitet und dies in einer Computersimulation überprüft – seine Kenntnisse in Akustik und mathematischer Modellierung überstiegen deutlich das übliche Niveau eines Masterstudierenden.

Prof. Dr. Reinhold Dürr würdigte die Masterarbeit von Luca Reininger: „Umsetzung einer Hardwareansteuerung eines Thermomanagement-Systems mittels dSpace und Matlab/Simulink“. Er lobte nicht nur Reiningers technische Neugierde und innovative Lösungsansätze, sondern auch seinen klaren Fokus sowie die konstruktiven Diskussionen, die von gegenseitigem Respekt getragen waren.

Mit dem Thema „Armut und Gesundheitsverhalten von Studierenden“ beschäftigte sich Silvan Renz in seiner Masterarbeit. Betreuerin Prof. Dr. Silke Neuderth hob die große gesellschaftliche Relevanz des Themas hervor und präsentierte einen Querschnitt aus den Ergebnissen zur Lage an der THWS. Für die Umfrage unter THWS-Studierenden hatte Renz sogar ein Ethikvotum bei der Ethikkommission der Hochschule eingeholt. Aktuell werde die Arbeit für eine wissenschaftliche Publikation aufbereitet.

Prof. Dr. Martin Storath hielt die Laudatio auf die Bachelorarbeit „Fast algorithm for optimal hyperparameter learning in piecewise regression“ von Stefan Volz. Die Abschlussarbeit beschäftige sich mit dem Verarbeiten von Signalen und Zeitreihen und den darin entdeckten Unstetigkeiten. Um diese Unstetigkeiten zuverlässig zu erkennen, arbeitete Volz eine neue Methode mathematisch vollständig aus und bewies dazu mehrere neue mathematische Sätze. Dies sei normalerweise erst in einer Doktorarbeit üblich, hob Prof. Dr. Storath hervor. Die Arbeit sei bereits zur Veröffentlichung bei einem internationalen Journal eingereicht worden.

Prof. Dr. Daniel Jung sprach über die Masterarbeit von Leon Wiener: „Proof of Concept: Erweiterung & Validierung eines Konzepts zur automatischen Klassifizierung von Kugelgewindespindeln“. Das Potenzial zur Effizienz- und Effektivitätssteigerung sei mit rund 30 Prozent so groß, dass Wieners Konzept bei Bosch-Rexroth in Volkach umgesetzt werden solle. Damit trage die Masterarbeit wesentlich zum weiteren Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit und Innovation in der Region bei.

„Exploring the Existence of a Distinct Female Leadership Career: A Qualitative Study based on the IT and Pharmaceutical Industries followed by Recommendations for Career Advancement” lautete das Thema der Bachelorarbeit von Louisa Wohlfahrt – zur Laudation war Prof. Dr. Steffen Hillebrecht über Zoom aus Bratislava zugeschaltet. Hohes inhaltliches Abstraktionsvermögen, Strukturierungsfähigkeit sowie geeignete Lösungsansätze hob Prof. Dr. Hillebrecht als besonders lobenswert hervor.

Musikalischer Rahmen und Ausklang

Für den musikalischen Rahmen des Abends sorgte Gitarrist Matteo Amadori von der Musikschule Schweinfurt. Der Preisträger des Wettbewerbs Jugend musiziert 2024 trug Stücke von Luigi Legnani und von Leo Brouwer vor. Auf den offiziellen Teil folgte der gesellige Abschluss des Abends für die Preisträgerinnen und Preisträger mit ihren Familien, Professorinnen und Professoren der THWS sowie zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie und Gesellschaft.

 

Pressekontakt:  

Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt

Angela Kreipl

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