Von der Industrie zur Hochschule: Ein Rasterelektronenmikroskop zieht um
Ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Labormitarbeitende der Firma SKF GmbH aus Schweinfurt sind an die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) gekommen, um ein Rasterelektronenmikroskop (REM) im Einsatz zu besichtigen. Zuvor war es im Gebrauch von SKF, bis das Unternehmen es durch ein neues ersetzte. Durch das Engagement von Laboringenieur Daniel Wagenhäuser verwendet es seitdem die Fakultät Maschinenbau dafür, Werkstoffe in Hochauflösung zu analysieren.
Prof. Dr. Stephan Sommer, Fachgebiet Wälzlagertechnik, und Prof. Dr. Jörg Spielfeld, Fachgebiet Werkstofftechnik, begrüßten die Laborleiterin von SKF, Larissa Pataky, sowie die beiden Labormitarbeitenden Mandy Brückner und Andreas Denninger in der Fakultät Maschinenbau. „Wir danken der Firma SKF sehr dafür, dass wir das REM bei uns einsetzen können“, so Prof. Dr. Sommer. „Durch die Nutzung des Mikroskops können unsere Studierenden praxisnahe Erfahrungen sammeln und direkt lernen, wie moderne Analysetechniken zur Lösung technischer Fragestellungen eingesetzt werden.“ Dies stärke nicht nur das Verständnis, sondern fördere auch die Innovationsfähigkeit der zukünftigen Ingenieurinnen und Ingenieure. Prof. Dr. Spielfeld ergänzt: „Das ist ein Beispiel für die optimale Symbiose zwischen Industriepraxis und Hochschullehre. Unsere Lehre wird durch die Benutzung des REM im Wesentlichen um einen praktischen Anteil bereichert.“
So funktioniert das REM
Ein REM ist ein besonders hochauflösendes Mikroskop und wird zur Untersuchung von Oberflächenstrukturen eingesetzt. An der THWS sind das meistens metallische Werkstoffe und andere leitfähige Proben. Dabei wird ein Elektronenstrahl in einem Muster über das vergrößert darzustellende Objekt bewegt. Prof. Dr. Jörg Spielfeld erklärt, wie es funktioniert: Die Wechselwirkung zwischen den Elektronen und der Objektoberfläche erzeugt hochauflösende Bilder, bis zu 10.000-fach vergrößert, mit hoher Auflösung und Schärfentiefe. Zum Einsatz kommt eine Glühwendel (Glühkatode) im Hochvakuum. Die erzeugten Elektronen werden beschleunigt. Dabei sorgt die kurze Wellenlänge für die hohe Auflösung. Der Vorteil des REM gegenüber Lichtmikroskopen liegt darin, dass es sehr variabel in der Vergrößerung und seiner Schärfentiefe ist. Als Beispiel nennt Prof. Dr. Spielfeld, der früher in der Schadensanalyse eines Unternehmens gearbeitet hat, die Analyse von Bruchflächen. „Dies ist mit gewöhnlichen Lichtmikroskopen mit dieser Bildgüte gar nicht möglich – hier hat das REM einen klaren Vorteil.“
Über den Masterstudiengang Produkt- und Systementwicklung
Über die THWS
Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und steht seit ihrer Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandte Forschung. Mit rund 9.200 Studierenden, einem breit gefächerten Angebot von mehr als 60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt die THWS ein weites Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Die THWS ist nicht nur regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch stark international ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen und Austauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigen englischsprachigen Studienangebot widerspiegelt.
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