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THWS-Hackathon InclusivAI bringt KI und Inklusion zusammen

04.11.2026 | Pressemeldung, FIW
Interdisziplinäre Studierenden-Teams arbeiten mit künstlicher Intelligenz für Praxispartner aus der Region Würzburg

Initiative für mehr Teilhabe: Rund 130 Teilnehmende haben beim Hackathon „InclusivAI: Mit KI Vielfalt stärken und Barrieren abbauen“ der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) mitgearbeitet. Das Event fand am Forschungsinstitut CAIRO (Center für Künstliche Intelligenz) in Kooperation mit der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der THWS in Würzburg statt. Platin-Partner der Veranstaltung war die Caritas Würzburg.

Einen Tag lang entwickelten interdisziplinäre Teams aus fünf bis zehn Studierenden Prototypen für reale Herausforderungen in den Bereichen Barrierefreiheit, Bildung, Arbeitswelt, Mobilität, Kommunikation und digitaler Teilhabe. Die Aufgaben stammten von Praxispartnern aus der Region: Dem Caritasverband für die Diözese Würzburg e. V., den Mainfränkischen Werkstätten, der Caritas-Don Bosco gGmbH sowie dem THWS-Projekt Fit4Germany, die die Teams mit Fachwissen, Daten und Feedback begleiteten. Der Hackathon selbst fand auf Englisch statt. Parallel dazu bot ein deutschsprachiger Gäste-Track am Nachmittag fünf Keynotes und Startup-Pitches rund um KI und gesellschaftlicher Teilhabe. Am Ende des Events stellten die Studierenden ihre Ergebnisse vor.

„Inklusion ist kein Nischenthema für KI – sie ist der Härtetest dafür, ob KI tatsächlich für Menschen gebaut wird“, betont Prof. Dr. Yvan Yamshchikov, der das CAIRO leitet. „Dass sich 130 Studierende aus den Studiengängen Informatik, Sozialwissenschaften, Gestaltung und Wirtschaft angemeldet haben, zeigt, wie groß das Interesse ist, Technologie und soziale Praxis zusammenzubringen.“

Keynotes: Von Assistenzsystemen bis zum humanoiden Roboter

Den Gäste-Track eröffnete Prof. Dr. Ulrich Gartzke, Professor für Management in sozialen Organisationen, mit Erfahrungen aus dem Forschungsprojekt CAREBELLS. Das Projekt entwickelt KI-gestützte Assistenzsysteme für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie KI verständlich, vertrauenswürdig und inklusiv gestaltet werden kann. Fabian Schlausch zeigte, wie sein Start-up KLAO ein eigens trainiertes Sprachmodell mit menschlicher Prüfung durch Expertinnen und Experten für Leichte Sprache kombiniert – ein Thema mit Dringlichkeit, denn seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz sind auch private Unternehmen zu barrierefreier Kommunikation verpflichtet. Jedoch würden 88 Prozent der Unternehmen und 93 Prozent der öffentlichen Einrichtungen diese Pflicht nicht erfüllen.

Dr. Tobias Koopmann von vAudience widmete sich der Frage, wie KI Pflegekräfte vom Dokumentierungsaufwand entlasten kann. Prof. Dr. Dr. h. c. Robert Grebner, THWS-Präsident von 2012 bis 2024 und heute Forschungsprofessor am CAIRO, berichtete aus dem Projekt Wübota, in dem der erste personengroße humanoide Roboter Würzburgs für die Unterstützung in Alltag und Arbeit weiterentwickelt wird. Den Abschluss bildete Katharina Mosene vom Leibniz-Institut für Medienforschung am Hans-Bredow-Institut mit einem Impuls dazu, wie Bias (Voreingenommenheit) in KI-Systemen entsteht und welche Kompetenzen und Regeln es braucht, damit KI Ungleichheiten abbaut, anstatt sie zu automatisieren.

In den anschließenden Startup-Pitches stellten LivingLines, eine Tablet-App für individuelles, mehrsprachiges Lernen im Mathematikunterricht, und InkluCard, ein digitaler Inklusions-Steckbrief für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, ihre Produkte vor.

Caritas Würzburg als Platin-Partner

Die Caritas Würzburg unterstützte den InclusivAI-Hackathon als Platin-Partner. Mit der Caritas brachte der Hackathon einen der größten Träger sozialer Arbeit in der Region an den Tisch – und damit genau die Praxisperspektive, die KI-Lösungen für Inklusion brauchen, um im Alltag von Menschen anzukommen. Die Caritas-Unterstützung schuf den Rahmen, in dem neue Ideen, Austausch und Zusammenarbeit im Mittelpunkt standen.

Der Hackathon war zugleich ein Beispiel für fakultätsübergreifende Zusammenarbeit an der THWS: Das Institut CAIRO richtete den Hackathon gemeinsam mit der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften (FAS) aus und erhielt dadurch sozialwissenschaftliche und sozialpädagogische Expertise. Prof. Dr. Sven Warnke, Prof. Dr. Ulrich Gartzke und Prof. Dr. Steffen Hillebrecht hatten die Aufgaben gemeinsam mit den Praxispartnern mitentwickelt. „Mit der Caritas Würzburg als Platin-Partner und der FAS als Kooperationspartner haben wir genau die Expertise an Bord, die nötig ist“, so Prof. Dr. Yamshchikov.

Weitere Kooperationspartner waren das TGZ Würzburg, die Caritas Don Bosco, das Social Startup Hub Bayern, CAREBELLS, die Mainfränkischen Werkstätten, GRIBS sowie das Zentrum für Digitale Innovationen Mainfranken (ZDI). Für das ZDI begleitete Netzwerkmanager Dr. Christian Andersen den Hackathon und öffnete den studentischen Teams den Zugang zur Würzburger Gründungsszene.

Mehr über Fit4Germany

Zur Pressemeldung über Wübota

 

Über das CAIRO

CAIRO ist das KI-Forschungsinstitut der THWS. Acht Professorinnen und Professoren sowie rund 30 Mitarbeitende forschen dort zu Natural Language Processing, Computer Vision, probabilistischem Deep Learning, Robotik, KI und Recht sowie Fragen der Governance und europäischer KI-Souveränität. Das Institut veranstaltet regelmäßig Hackathons mit regionalen Partnern, die den Studierenden reale Challenges anbieten.

Zur Homepage des CAIRO

 

Über die THWS

Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und steht seit ihrer Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandte Forschung. Mit rund 9.200 Studierenden, einem breit gefächerten Angebot von mehr als 60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt die THWS ein weites Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Die THWS ist nicht nur regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch stark international ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen und Austauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigen englischsprachigen Studienangebot widerspiegelt.

 

Kontakt:
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt

Center für Künstliche Intelligenz (CAIRO)

Prof. Dr. Ivan P. Yamshchikov

Franz-Horn-Straße 2

97082 Würzburg

ivan.yamshchikov[at]thws.de

cairo[at]thws.de

 

Pressekontakt:  
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt

Angela Kreipl

Münzstraße 12

97070 Würzburg

angela.kreipl[at]thws.de

0931 3511-8354